Veranstaltungsrückblick

Foto: Hans-Georg Wende

Wildtiere als Pflegefaktor in der Landschaft
Erfolgreiche Tagung mit Exkursion

Am 9. September 2015 veranstaltete die BSKS gemeinsam mit der Wildforschungsstelle und der NUA eine Tagung zur Waldbeweidung mit Vorträgen und Exkursion in das Naturschutzgebiet Brachter Wald, das großteils im Eigentum der NRW-Stiftung Natur, Heimat, Kultur ist.
Rund 40 Fachleute und Interessierte informierten sich über Grundlagen, praktische und rechtliche Aspekte der Waldweide und des Einsatzes von Wildtieren.
Am Beispiel des Naturschutzgebiets Brachter Wald zeigte die Biologische Station anschließend auf der Exkursion den effektiven Einsatz von Beweidung mit Damhirschen. Fazit der Exkursion war, dass die derzeitige Beweidung und damit auch der hirschdichte Zaun um das Gebiet bleiben muss, um die wertvollen Lebensräume zu schützen und in ihrem Wert zu erhalten.

Die Vorträge und weitere informative Unterlagen zur Tagung finden Sie zum Herunterladen hier:
»Petrak: Der Beitrag von Wildtieren für die Erhaltung schutzwürdiger Lebensräume: Grundlagen, Methoden und Ergebnisse für ausgewählte Lebensräume in NRW
»Luick: Praktische und rechtliche Aspekte zum Thema Wald und Weide
»Linnartz: Wald und Weidetiere - Landschaftsentwicklung durch Beweidung und Ko-Evolution von Pflanzen und Pflanzenfressern
»Bunzel-Drüke: Effekte von Huftieren auf die Landschaft
»Reichmann: Waldweide im Naturschutzgebiet Brachter Wald:
Auswirkungen auf gefährdete Vogelarten


»Route der Exkursion

Wichtige Erlasse:
»Erlass 2011 NRW
»Erlass 2004 NRW

Weiterführende Literatur:
»Gebietsvorstellung im Naturspiegel - Matzke-Hajek 2015
»Schalenwild-Monitoring - Petrak 2013
»Wildmanagement in Naturerbegebieten - Petrak 2011
»Nationalpark Eifel: Wildbeobachtung auf der Dreiborner Hochfläche - Petrak 2014



Weißmoos - Foto: Peter Kolshorn

Botanische Winterwanderung in den Heronger Buschbergen und ins Tal der Nette
Eine botanische Wanderung im Winter? Dass botanische Wanderungen nicht nur im Frühjahr und Sommer ihren Reiz haben, demonstrierte Norbert Neikes eindrucksvoll bei der Winterwanderung der Biologischen Station Krickenbecker Seen. Der Diplom-Biologe führte 30 Teilnehmer durch die Heronger Buschberge und das Tal der Nette. Auf dem Rundweg erläuterte er anhand zahlreicher Beispiele, wie man auch im Winter Baum- und Straucharten bestimmen kann, die sich ihrer Blätter entledigt haben. Einen ersten Anhaltspunkt bietet der Knospenansatz: Ist er wechselständig oder setzen die Knospen immer auf gleicher Höhe an? Aber auch die Beschaffenheit der Zweige und der Rinde sind für geübte Naturfreunde im Winter Merkmale zur Bestimmung der Baumart. Schließlich bietet auch der Standort Anhaltspunkte zur Bestimmung von Gehölzen. Während die Hänge-Birke bevorzugt auf sandigem Boden wächst, findet man Moor-Birken ihrem Namen entsprechend eher auf torfigem Boden. Die Teilnehmer erlebten entlang der Wegstrecke einen Wechsel von unterschiedlichen Wäldern, Moorgebieten, Auen- und Heidelandschaften. Dominierten zu Beginn der Wanderung am Haus Waldesruh Schwarz-Erle, Esche, Hasel, Douglasie, und Birke, waren es in den Heronger Buschbergen Rotbuchen, Stieleichen, Faulbaum, Wald- und Weymouths-Kiefer sowie die Vogelkirsche. Kurz vor der Rückkehr zum Ausgangspunkt zeigte Norbert Neikes, dass man auch die Nase zur Bestimmung von Gehölzen einsetzen kann. Die Knospen des Gagelstrauchs geben einen angenehmen Duft ab, auch den Faulbaum und die Spätblühende Traubenkirsche kann man am typischen Geruch der Zweige erkennen. Am Wegrand wuchsen auch verschiedene Moose, die auf der schneefreien Winterwanderung ebenfalls vorgestellt wurden. Am auffälligsten war das seltene Weißmoos.



Foto: Bretz

Geobioscience – Sind Waldameisen die besseren Geologen?
Die Diplom-Geologin Dr. Gabriele Berberich von der Universität Duisburg-Essen beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem Forschungsansatz der GeoBioScience. Hierbei kombiniert sie ihre geologisch-tektonischen Forschungen mit einem biologischen Ansatz. Im Infozentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen berichtete Berberich am 12. Februar auf anschauliche Weise von ihrem Forschungsschwerpunkt: Dem Zusammenhang zwischen den Neststandorten der Roten Waldameise und tektonisch aktiven, gasführenden Störungszonen. Wie solche „Risse“ bei Erdbeben entstehen, verdeutlichte die Geologin anschaulich durch kleine Marshmallows, die sie zu Beginn verteilte. Jeder Zuschauer drückte einen Marshmallow entlang der Längsachse und konnte beobachten, wie sich die Süßigkeit in die Breite dehnte und auf der Oberfläche kleine Risse, sog. Störungszonen, entstanden.
Gabriele Berberich hat herausgefunden, dass die Roten Waldameisen Bioindikatoren für solche tektonisch aktiven, gasführenden Störungszonen sind. Die Insekten bauen ihre Nester ausschließlich an diesen „Rissen“. Dies konnte über die Auswertung von Neststandorten mit Bodenluftanalysen nachgewiesen werden. Bisher nahm man an, dass andere Faktoren für die Ansiedlung von Roten Waldameisen ausschlaggebend sind und sie z. B. sonnige Stellen an Waldrändern bevorzugen.
Nach einem Einblick in die Untersuchungsmethoden und Ergebnisse aus diesem zukunftsweisenden Forschungsgebiet gab Berberich einen Überblick, wo und wie ihre Forschungsergebnisse in der Praxis eingesetzt werden können. So könnten Geologen das Auftreten der Roten Waldameise nutzen, um tektonisch aktive Störungszonen zu identifizieren. In der Biologie und der Forstwirtschaft könnte dieser Zusammenhang bei der Umsiedlung von Nestern genutzt werden, so dass der Verlauf von Störungszonen ausschlaggebend für den neuen Standort ist. Ziel der von Berberich derzeit betriebenen Grundlagenforschung ist es jedoch, das Verhalten der Ameisen als „Zusatzsystem“ anzuwenden, um Erdbeben früher als bisher vorherzusagen.



Archiv


Spende von Bundestagsabgeordnetem Udo Schiefner

Der Bundestagsabgeordnete des Kreises Viersen Udo Schiefner engagiert sich schon lange für die BSKS und die Naturschutzarbeit. So ist er auch stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Krickenbecker Seen e.V.
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Im Oktober 2018 wurde es unruhig im Kaldenkirchener Grenzwald. Motorsägen und Bagger kamen zum Einsatz. Diplom-Biologe Norbert Neikes erläutert im Interview die Gründe für die Maßnahmen und die positiven Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet Heidemoore.