Das Gebiet:
Die Wankumer Heide ist ein altes Almendegebiet, das seit dem Mittelalter durch extensive Beweidung genutzt wurde. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden die meisten Heide- und Moorflächen allerdings mit Kiefern, Fichten, Stroben oder Hybridpappeln aufgeforstet, um die Nutzung zu intensivieren. Dazwischen haben sich nur einige wenige Heideflächen erhalten, die aber bis heute das komplette sehr wertvolle Artinventar aufweisen.
Dabei handelt es sich um strukturreiche Sandheiden, Feuchtheiden und Sandmagerrasen. Als typische Pflanzen sind beispielsweise Besenheide, Englischer Ginster, Lungenenzian, Braunes Schnabelried und Moorbärlapp zu nennen. Charakteristische Tierarten sind hier unter anderem Buntbäuchiger Grashüpfer, Waldeidechse, Heidelerche und Gartenrotschwanz. Nach Westen schließen sich die Oberläufe von Schürkesbeek und Römerbach an, zwei weitgehend naturbelassene Moorbäche mit vermoorter Aue mit Gagel, Torfmoosdecken, Großseggenriedern, Bachneunauge und Waldschnepfe.
Die Maßnahme:
Diese isolierten Lebensräume sollen nun durch Entwicklungsmaßnahmen optimiert und über ein Biotopverbundsystem wieder vernetzt werden. In der ersten Projektphase (Start 2007) wurden und werden auf den Entwicklungsflächen und den Verbundkorridoren die nicht bodenständigen und naturfernen Nadelholz- und Pappelforste einschlagen, soweit dies nicht bereits durch den Sturm Kyrill geschehen war. Das Kopfholz und die Nadelstreu werden durch Abplaggen entfernt.
In den Bachauen erhält durch Beseitigen von Pappelkopfholz sowie teilweises Mulchen und Abschieben die konkurrenzschwache Moorvegetation wieder eine Entwicklungsmöglichkeit. Begradigte Bachabschnitte sind durch fraktioniertes Anstauen und Mäanderinitialisierung wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen.
Die dauerhafte Sicherung dieser Flächen wird über die Wiederaufnahme einer extensiven Beweidung als nachhaltige und kostengünstige Methode gewährleistet (2. Projektphase, ab 2009). Dazu wird das gesamte Verbundsystem mit einer Fläche von rund 15 Hektar eingezäunt, über die Wald- und Wanderwege werden Triftmöglichkeiten geschaffen, die eine durchgängige Beweidung erlauben, aber ebenso die weitere Wegenutzung durch Fahrzeuge (Viehroste) und Wanderer (Holzklapptore) erhalten.
Zur Stabilisierung der freigestellten Lebensräume ist für die ersten Jahre eine jährliche mechanische Pflege erforderlich. Durch Mahd von Pfeifengras und Adlerfarn, Beseitigen von Gehölzanflug und kleinflächiges Nachplaggen verfilzter Grasflächen erhält die schwächerwüchsige Moor- und Heidevegetation eine bessere Chance zur optimalen Entwicklung.
Begleitet wird das Projekt durch Öffentlichkeitsarbeit zur Information der Erholungssuchenden. Der Rat der Stadt Wachtendonk hat das Projekt bereits mit großem Interesse begrüßt.
Die Umsetzung des Projekts wurde möglich dank der Förderung durch das LVR-Netzwerk Umwelt - Biologische Stationen Rheinland.
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