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Die Rohrdommel ist in weiten Teilen Europas stark rückläufig und in Nordrhein-Westfalen als Brutvogel ausgestorben. Daher soll innerhalb des EU-Vogelschutzgebietes Maas-Schwalm-Nette Platte im Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen ein Areal von knapp 10 ha so optimiert werden, dass es wieder ein potenzielles Brutgebiet für die Rohrdommel sein kann.

Hierzu werden degradierte Niedermoorböden revitalisiert, indem sie von Gehölzen freigestellt, starke Humusauflagen entfernt und dann dauerhaft geflutet werden. Über verschiedene Verfahren zur Initialpflanzung von Schilf sollen auf diesen Flächen aquatische Schilfbestände entwickelt werden. Kleine freie Wasserzonen innerhalb der Schilfbestände werden als Nahrungsgründe freigehalten werden. Von diesen Maßnahmen werden außer der Rohrdommel noch zahlreiche weitere in Nordrhein-Westfalen stark gefährdete Arten der Flora und Fauna von Schilfgebieten wie beispielsweise das Blaukehlchen profitieren. Weitere Ziele sind eine Vergrößerung des Retentionsraums und ein vorbildhaftes Wassermanagement in Niedermoorbereichen.
Ein Besucherlenkungskonzept mit entsprechender Wegeführung und Beobachtungsmöglichkeiten ist in die Planung und Ausführung des Gesamtprojektes integriert.
Ebenso wird auf eine breite projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit großer Wert gelegt.
Das Projekt ist auf einen Zeitraum von vier Jahren angelegt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Monitoring) auch über diesen Zeitraum hinaus sollen den Erfolg der Maßnahmen darstellen.
Projektträger ist die Biologische Station Krickenbecker Seen e.V.. Das Rohrdommelprojekt wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziell gefördert. Weitere Kooperationspartner sind bisher die Stadt Nettetal, RWE Power, Essen - Köln und der Förderverein der Biologische Station Krickenbecker Seen.
Am 21. Januar 2008 erfolgte der Startschuss des Projekts. Der Hauptsponsor DBU gab bekannt, dass er das Rohrdommelprojekt mit 273.000 Euro unterstützen werde.
Erste Erfolge:
Nach der Rodung der Gehölze und dem Abtragen des Oberbodens im Winter 2008/2009 wurde die Projektfläche geflutet. Das Schilfröhricht hat sich schon deutlich ausgebreitet, ergänzt durch Anpflanzungen. Daneben haben sich bereits weitere Röhrichtpflanzen angesiedelt. Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Rohrammer und Zwergtaucher haben schon gebrütet. Sie und weitere Vogelarten sind von der neuen Beobachtungshütte zu entdecken.
Die offizielle Eröffnung des Projektgebiets fand im September 2009 statt.
Ansprechpartner:
Dr. Ansgar Reichmann



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