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Geschichte der Biologischen Station in NRW
Das Konzept der "Biologischen Stationen" ist rund 20 Jahre alt. Es ist eine Antwort des praktischen Naturschutzes auf wachsende Umweltzerstörung sowie Zurückdrängung von Lebensräumen. Eine Biologische Station wird durch einen - meist als gemeinnützig anerkannten - Verein getragen und besteht aus hauptamtlichen Mitarbeitern. Der Vereinsvorstand ist ehrenamtlich tätig. Häufig arbeiten auch Vereinsmitglieder ehrenamtlich mit.
Die Hauptaufgaben einer Biologischen Station sind Erhalt und Wiederherstellung von Naturschutzgebieten des jeweiligen Kreises. Eine Biologische Station finanziert ihre Arbeit durch Zuschüsse und Verträge mit Körperschaften.
Seit 2006 gilt für die Biologischen Stationen eine eigene Förderrichtlinie (FÖBS). Finanziert werden hierüber drei Säulen von Aufgaben:
1. Die Betreuung von Naturschutzgebieten,
2. Vertragsnaturschutz und
3. das regionale Profil = Öffentlichkeitsarbeit und Umwelbildung.
Die Finanzierung der Biologischen Station Krickenbecker Seen trägt zu 80% das Land NRW, 20% sind der Eigenanteil des Kreises Virsen.
Ansonsten arbeitet die Biologische Station projektgebunden über freie Förderer.

Ehrenamtliche Vorgänger der BSKS
Der Vorläufer der BSKS ist die "Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Krickenbeck" (OAG), die seit 1970 ehrenamtlich im Naturschutz tätig ist. Der Schwerpunkt der Arbeit lag vor allem auf dem Erhalt des Naturschutzgebietes Krickenbecker Seen. Die OAG machte dort nicht nur ornithologische Beobachtungen, sondern führte auch sonstige faunistische und floristische Untersuchungen durch, soweit dies ehrenamtlich möglich war.
1988 wurde der Trägerverein der BSKS durch aktive Mitglieder der OAG und anderer Naturschutzverbände vor Ort gegründet. Ziel war die Errichtung einer Biologischen Station zur Professionalisierung der Naturschutzarbeit rund um das Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen und darüber hinaus im gesamten Kreis Viersen. Ermöglicht wurde dies im Rahmen eines mit dem Kreis Viersen geschlossenen Betreuungsvertrags über die Naturschutzgebiete.
Die BSKS begann, mit den anerkannten Naturschutzverbänden zu kooperieren, um ihre Aufgaben bewältigen zu können.


Umstellung auf hauptamtliche Arbeit
Seit Januar 1990 sind in der BSKS hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt. Ein geeignetes Gebäude als Sitz der BSKS wurde nicht gefunden, weshalb 1991 ein Neubau im Blockhausstil beschlossen wurde. Das Grundstück bekam die BSKS in Erbpacht.
Einnahmequellen, die den laufenden Betrieb bis heute decken, stellen drei große Bereiche dar:
1. Betreuungsverträge mit dem Kreis Viersen zur Pflege der unter Naturschutz stehenden Flächen
2. Aufträge von Dritten zur Erfüllung der Satzungszwecke
3. Zuschüsse und Spenden von Stiftungen und privaten Förderern
Ein Förderverein mit derzeit ca. 90 Mitgliedern, die eine unverzichtbare Unterstützung leisten, wurde gegründet.
Zur Zeit arbeiten in der BSKS: ein Leiter, drei wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen, ein technischer Zeichner, zwei Sekretärinnen (50%), ein Koordinator für das Besucherzentrum (40%) und mehrere Mitarbeiter/-innen auf Basis von Werkverträgen.
Die BSKS ist seit 1991 durch das Bundesamt für den Zivildienst anerkannte Zivildienststelle. Die Zahl der Zivildienstleistenden liegt bei aktuell drei. Hinzu kommen seit 2000 zwei FÖJler.


Gewandeltes Aufgabenprofil
Mit der Umstellung auf hauptamtliche Arbeit ging eine Professionalisierung des Aufgabenprofils einher. Floristische und faunistische Kartierungen werden vorgenommen, Biotopmanagementpläne für die Naturschutzgebiete im Kreis Viersen erstellt, Pflegemaßnahmen professionell koordiniert und mit vernetzter technischer und finanzieller Unterstützer realisiert. Die Zivis und FÖJler nehmen dabei eine mithelfende Rolle ein. Eine aktiv gestaltende Rolle ergibt sich bei Zivis und FÖJlern, wenn besonderes biologisches Interesse oder Vorkenntnisse einen Schwerpunkt vorgeben. Besondere Kenntnisse in Rhetorik, Design oder Öffentlichkeitsarbeit können hilfreich sein, handwerkliche Fähigkeiten werden immer gebraucht.


Intensivierte Öffentlichkeitsarbeit
Insbesondere in der Öffentlichkeitsarbeit werden Zivis seit 1996 eingesetzt. Seitdem wurden mit wachsender Tendenz pro Jahr ca. 45.000 Besucher, 200 Schulklassen durch das Naturschutzgebiet geführt und nahezu 20 Themenausstellungen eröffnet. Diese Leistung erbringt das Infozentrum der BSKS, welches auf die Zivis und FÖJler zurückgreifen kann und über zwei Mitarbeiter/-innen verfügt.
Zu einer auf ökologische Nachhaltigkeit ausgerichteten Öffentlichkeitsarbeit gehört jedoch ebenso die Besucherlenkung. Das Infozentrum macht auf die Wanderwege aufmerksam, um die Besucherströme zu kanalisieren und von sensiblen Bereichen fernzuhalten. Es wurde 1996 mit Hilfe der NRW-Stiftung im alten Strandbad der Stadt Nettetal eingerichtet. 2005 erfolgte ein Umbau mit Erweiterung, ebenfalls mit NRW-Stifungsmitteln.



Eine weitere Möglichkeit, Natur erlebbar zu machen, ist die Vermittlung naturkundlicher Kenntnisse, z. B. in einem Exkursionsprogramm oder bei Vorträgen. Die Zivis und FÖJler nehmen bei der Koordination und einem Großteil der Durchführung eine gewichtige Rolle ein.
Dank finanzieller Unterstüzung durch einschlägige Institutionen wie der "NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege", dem Arbeitsamt Krefeld, der Sparkassenstiftung Natur und Kultur im Kreis Viersen und privater Förderer sowie viel ehrenamtlicher Arbeit gleichen sich Ausgaben und Einnahmen fast aus.


Ausblick
Nach erfolgreichen 1990er Jahren droht der Wind für das Modell "Biologische Station" und den Naturschutz rauher zu werden. Leere öffentliche Kassen und eine Verschiebung der Prioritäten zu Ungunsten des Naturschutzes können die zukünftige Arbeit erheblich erschweren.
Im laufenden Jahrzehnt wird sich die Biologische Station zu einer gemeinnützigen Institution entwickeln, deren Arbeit immer das Gespür für originelle Lösungen erfordert, um die Lebensfähigkeit zu gewährleisten und den ursprünglichen Aufgaben im Einvernehmen mit den Bürgern nachkommen zu können.


Quellenhinweis:
LÖBF-Mitteilungen 2/1995, S. 52-54, L. Reyrink, "Die Biologische Station Krickenbecker Seen"
LÖBF-Mitteilungen 3/2001, S. 24-26, BSKS, "Neue Aufgaben warten im ehemaligen Munitionsdepot"
Heimatbuch des Kreises Viersen 2000, Sonderdruck, L. Reyrink, "10 Jahre Biologische Station Krickenbecker Seen"
Biologische Station Krickenbecker Seen (Hrsg.), Selbstdarstellungsbroschüre BSKS


Copyright © 2010 Biologische Station Krickenbecker Seen e. V.























































































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