Brachter Wald

Das Naturschutzgebiet Brachter Wald ist als FFH (Flora-Fauna-Habitat)- und EU-Vogelschutzgebiet des Natura-2000-Netzwerkes ausgewiesen. Es handelt sich um ein etwa 1300 Hektar großes Mosaik aus Heiden und Wäldern auf Flugsanddünen. Bis 1996 war der Brachter Wald als Munitionsdepot der britischen Rheinarmee streng abgeriegelt. Hinter dem rund 18 Kilometer langen Zaun entwickelte sich über Jahrzehnte auf den sehr nährstoffarmen und trockenen Flugsandböden eine ausgedehnte Heidelandschaft.



Ehemaliger Sprengplatz, Foto: Hans-Georg WendeEhemaliger Sprengplatz, Foto: Hans-Georg Wende

Schwarzkehlchen, Foto: Hans-Georg Wende

Seltene Arten im ehemaligen Munitionsdepot

Auf ehemaligen Brandschutzstreifen, Sichtschneisen und auf Splitterschutzwällen wachsen Pflanzen wie Grau-Heide, Keulen-Bärlapp oder Englischer Ginster. Vögel wie Heidelerche, Schwarzkehlchen oder Ziegenmelker brüten in der offenen Heidelandschaft und auch Zauneidechse, Moorfrosch und Feldgrille finden in dem früheren Militärdepot einen idealen Lebensraum.



Grau-Heide, Foto: Norbert Neikes

Einziges Vorkommen der Grauheide

Die typischen Pflanzen trockener Heidelandschaften sind niedrige Sträucher und anspruchslose Gräser. Zusammen mit der dominierenden Besenheide, dem „Heidekraut“, findet man mehrere Ginsterarten. Die seltene Grau-Heide kommt in Deutschland nur im Brachter Wald vor! Sie ähnelt ihrer nahen Verwandten, der Glocken-Heide, die es ebenfalls hier gibt. Im Gebiet findet sich ein großer Artenreichtum an Pilzen. Über 1200 Arten, von denen viele stark gefährdet sind, wurden im Depot nachgewiesen (Stand: 15.02.2016).


Maßnahmen der Biologischen Station

Damit die offenen Heide-Flächen nicht wieder verbuschen, setzt die Biologische Station verschiedene Tierarten zur Beweidung ein. Dazu gehören, Gallowayrinder, Schafe, Damhirsche und eine kleine Herde aus Konik-Pferden. So soll verhindert werden, dass die Heide mit Bäumen und Sträuchern zuwächst.


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